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Hin und zurück – die Geschichte Pancha’s

Auckland hinter sich lassen fällt nicht schwer und endlich Neuseeland entdecken zu können fühlte sich gut an. Zwar hatten wir in unserem Hostel, der Oakland Lodge im Herzen Mt. Edens, eine unglaublich nette Backyard-Gang aus allerlei Reisenden gegründet, but: the show must go on! 
Amelie und Yannick aus Paris, Mattia aus Genua und Hugo von Neukaledonien – wir werden uns wieder sehen!

Nach langem hin und her beschlossen wir erst einmal den Norden der Nordinsel zu erkunden. Vorbei an diversen historischen Städtchen (eher Dörfchen und nicht wirklich interessant) weiter durch die unzähligen Nationalparks, diese enttäuschen einen nur selten. Die ersten beiden Nächte hatten wir, wie sich später herausstellen wird, unglaubliches Glück direkt am Meer ein Plätzchen zum schlafen zu finden. Der darauf folgende Tag sah dann in etwa so aus: Ein Abstecher durch das Städtchen in dem Hundertwasser einst eine öffentliche Toilette baute (das einzig nette, sonst nur betrunkene Jugend), eine Fahrt entlang der Bay of Island (schrecklich touristisch), weiter durch kleine unbedeutende Städtchen, hinaus auf eine Landzunge (teurer Campingplatz mit ungutem Gefühl), wieder zurück und weiter fahren bis zum Einbruch der Dunkelheit. Letzte Hoffnung  „Mac Donalds“ – um noch ein warmes Mahl zu bekommen und auf die  Toilette gehen zu können. Da saßen wir, stinkend nach bereits 3 Tagen ohne Dusche. Wir hatten unseren Tiefpunkt erreicht und fühlten uns wie zwei Obdachlose, die sich aufwärmen um sich den Kopf darüber zu zerbrechen „Wo zum Teufel sie heute Nacht schlafen sollen!?“. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht in welchem Städtchen wir gelandet sind. Getreu unserem Motto „wir zahlen nichts, denn wir wollen nur im Auto pennen“ hieß es weiter fahren und Ausschau halten. Nach einer Stunde kehrten wir mit leerem Tank von unserer hoffnungslosen Suche zurück. Tja, dann wird es wohl doch der Parkplatz direkt am Highway. Dort trafen wir noch auf Steve, ein netter 70-jähriger Local. Wir unterhielten uns eine geschlagene Stunde über Gott und die Welt und er gab uns seinen Segen, dass wir die Nacht hier verbringen können ohne Angst haben zu müssen eine Strafe dafür zu kassieren oder ausgeraubt zu werden. Gesagt, getan doch es war eine Horrornacht und tiefen Schlaf konnten wir nicht wirklich finden!

Früh morgens, noch fix und alle von der Nacht, machten wir uns auf endlich den hohen Norden der Insel zu erkunden. Mit einem guten! Kaffee nahmen wir eine Abfahrt zum 90 Miles Beach. Er erstreckt sich die komplette nördlich Landzunge entlang, super schön, menschenleer und das perfekte Bild wird eingesäumt von kleinen Dünen.

Doch die letzten 4 Tage in unserem Van “Pancha” hatten uns zugesetzt, so suchten wir das nächste Hostel auf. Nach einer heißen Dusche in der North Wind Lodge erfuhren wir dann mehr über das kleine Städtchen indem wir die letzte Nacht verbrachten. Kaitaia alias Gangsters Paradise. Kein Witz. Dort gibt es keine Polizei (mehr)! Die Polizei hat aufgegeben der letzte Sherrif gekündigt und neue Regeln wurden geschrieben. Dort spielt sich das „wahre“ Leben wie im Film ab, vielleicht sogar noch schlimmer. Unser Gefühl täuschte uns also nicht und die schlaflose Nacht hatte ihre Gründe. Glück gehabt!

Nun aber zu den schönen Dingen:
Die Natur ist atemberaubend. Seht euch die Bilder an und überzeugt euch selbst. Wir möchten euch dieses Mal also von unseren Highlights der letzten Woche berichten. Los geht’s!

Highlight I:
Spontan nahmen wir eine Abfahrt zu einer Glow Worm Cave. Die Höhle befindet sich auf einem paradiesischen Privatgrundstück einer Maorifamilie und wurde einst vom Urgroßvater entdeckt. Zwar ist sie nur knapp 200 Meter lang, dafür hängen mehr als 10.000 Glühwürmchen an ihrer Decke. Wir wurden persönlich durch die Höhle geführt und es war unbeschreiblich schön. Ein Beet aus leuchtenden Sternen über uns, zum greifen nahe, der erste und schönste Glühwürmchenhimmel den wir je sahen, Romantikfaktor 100%!
Um den Lebensraum der kleinen Würmchen zu schützen waren leider keine Foto’s erlaubt, aber gebt doch in der Suchmaschine eures Vertrauens mal „glow worm cave new zealand“ ein – dann bekommt ihr einen Eindruck.

Highlight II:
Auf  zum nördlichsten Punkt Neuseelands! Was für ein mystischer, magischer Ort! Nach einem wundervollen Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein, fuhren wir los und dicke Regenwolken mit uns. Nach knapp einer Stunde Fahrt konnten wir bereits von weitem den Maori-Hügel sehen, doch war auch er eingehüllt in eine fette Wolke. Was uns dort tatsächlich erwarten würde konnten wir nur schwer erahnen. Welch ein Glück wir bekamen einen Parkplatz und auch die unzähligen Touribusse hatten ihr Ziel heute noch nicht erreicht. Harmonische Klänge (leise Flöten, wie das leise Pfeifen des Windes) begrüßten uns und wir folgten dem Pfad der Ahnen. Wir liefen durch die Wolke und tanzten und sangen uns die Sonne herbei (haben wir wirklich getan…). Am Ziel angekommen tauchte sie dann auf und hieß uns willkommen. Cape Reinga ist nicht nur der nördlichste Punkt Neuseelands mit einem schönen Leuchtturm, nein hier treffen die Tasmanische See und der Pazifische Ozean aufeinander. Stellt euch das vor: zwei Meere treffen aufeinander!!!!
Von beiden Seiten treffen sich die Wellen, warme und kalte Strömungen, türkisfarbenes und tiefblaues Meer strömen in einander, wirbeln durcheinander und vereinen sich (wie Mann und Frau im Akt der Liebe sagt man hier). Ein Foto kann nicht festhalten was man dort sieht und noch viel wichtiger was man an diesem Ort empfindet, denn es handelt sich hier um einen heiliger Ort der Maori. Eine alte Sage besagt: “Die Seelen der Toten treffen sich hier auf einen letzten Tanz, bevor sie sich den Hang hinab hangeln um sich an dem Punkt, an dem sich beide Meere vereinen. Sie gönnen sich noch einen letzten Blick zurück um dann in das Land der Toten hinab zu gleiten.”
Ich habe schon wieder Tränen in den Augen, denn das was man an diesem Ort sieht und fühlt ist nicht von dieser Welt. Genau an diesem Ort ,möchte man, wenn es denn dann soweit ist, seinen Frieden und die ewige Ruhe finden.
Highlight III:
An diesem Tag hatten wir wohl noch nicht genug gefühlt und gesehen und wir machten auf der Rückfahrt einen Abstecher zu den „Giant Sand Dunes“. Wieviel Glück kann man ertragen? Grünes Land, dicht bewachsen. Flüsse und Seen und auf einmal riesige Sanddünen soweit das Auge reicht. Die Wüste Sahara baut sich auf inmitten der nördlichsten Landzunge Neuseelands. Was ist das bitteschön? Es ist unfassbar! Wir stiegen auf eine der Dünen und sahen nur Sand. Soweit das Auge reicht. Fühlten den Wind der diese Giganten formt und ich glaube die Sonne war mir noch nie so nah wie an diesem Tag. Neuseeland scheint wirklich von allen Ländern dieser Welt die schönsten Schätze in sich zu tragen. Bitte mehr davon!!
Die mächtigen „Kauri Trees“ ließen wir dann aus und zurück in Auckland wurden wir herzlichst mit einem Teller original italienischer Pasta von unseren Freunden empfangen.
Auch hier haben wir ein kleines Stück zu Hause am anderen Ende der Welt gefunden!

Morgen geht es weiter, und wir machen die restliche Gegend der Nordinsel unsicher, bevor wir dann, gemeinsam mit Hugo und Mattia, die Südinsel bereisen werden.


Gut zu wissen:

Komplett Nord-Neuseeland scheint offenbar eingezäunt und in privater Hand zu sein. Hier gibt es keine Wege die man spontan erkunden kann. Jedes kleinste Stück Land hat seinen Besitzer, jede Einfahrt führt zu einem Haus. Es scheint als wurde hier alles künstlich angelegt um Touristen geplant durch NZ zu schleusen. Kostenlose Schlafplätze auf Parkplätzen sind nicht vorhanden, alles hat eben seinen Preis.

Wir haben nun endlich auch eine etwas günstigere Einkaufsalternative gefunden. Bei „PAk’n’Save“. handelt es sich um eine Art Metro Großmarkt, in dem allerdings jeder einkaufen darf.

Das Parken in die falsche Richtung kostet dich 40 Dollar Strafe. Wenn du irgendwo in deinem Auto schlafend erwischt wirst, sogar stolze 250 Dollar pro Person.
Wir haben die erste Option bereits abgegriffen. :)

 

 

3 Kommentare on "Hin und zurück – die Geschichte Pancha’s"

  • In der Glow Worm Cave war ich auch! Sind damals mehr oder weniger zufällig darauf gestoßen – faszinierendes Ding! Sehr schön :)

  • Ich hoffe das Glück bleibt euch treu und die Zäune werden weniger! Diese versperren ja wohl einwenig die Aussicht! oder? Bei den Optionen solltet ihr euch zurückhalten, reduziert den “Spaßfaktor”. Bleibt gesund und genießt die schöne Zeit!!

  • Freue mich für Euch, dass Ihr so tolle Dinge entdecken könnt. Aber bitte passt auf Euch auf!
    Eure Göttin

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